Schalke 04 hat seinen Sündenbock

Mrz 11th, 2009

Am Montag war es nun so weit. Schalke 04 beurlaubt Manager Andreas Müller. Offiziell heißt es aus Vorstandskreisen:  “Wir haben Andreas Müller beurlaubt. Es war ein einstimmiger Aufsichtsratsbeschluss. Das sportliche Konzept, das er uns schon vor einigen Wochen vorgelegt hat, hat uns nur teilweise überzeugt”, so der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies.

Keine wirkliche Überrschung, hagelte es seit Monaten Kritik an der Person Müller und der Ruf von Fanseite nach seinem Abtritt wurde Woche für Woche lauter. Höhepunkt war der vergangene Freitag, wo trotz 1:0 Sieg gegen den 1.FC Köln  – zugegebenermaßen mit einer schwachen Leistung – die Fans wiederholt von den Rängen vehement die Entlassung des Managers und auch von Trainer Rutten forderten.

Hauptkritikpunkt an Müller war schom im Herbst die katastrophale Transferpolitik. Streit, Großmüller, Sanchez, Zé Roberto II, Lövenkrands, alles teure Neuverpflichtungen der vergangenen Jahre, die sich nicht auf Schalke durchsetzen konnten und auf der Tribüne versauerten und bis auf Sanchez den Verein verlassen haben. Und die Neuzugänge diese Saison können auch nicht überzeugen, obwohl Müller seinem neuen Trainer Rutten seine Wunschspieler Jefferson Farfan und Orlando Engelaar kaufte.

Zudem kommt nun, dass Schalke immer wieder seine Saisonziele weiter nach unten schrauben muss. Hieß es zu Saisonbeginn noch Kampf um die Meisterschaft, liegt man immer noch – wie zur Winterpause – 5 Punkte hinter den Europapokalplätzen zurück und hat zu dem den Strohhalm DfB-Pokal vergangene Woche gegen den Zweitligisten FSV Mainz 05 verspielt. Also eine echte Krise auf dem Pulverfass Schalke 04 die einen starken Manager benötigt der vielleicht mal auf den Tisch haut. Stattdessen mahnte Müller zur Geduld, denn es hat ja unter Huub Stevens auch einen 12. und 13. Platz gegeben und auch in Berlin hat der Neuaufbau unter Trainer Lucien Favre “ein Jahr gedauert”.

Böse Zungen behaupten ja, dass man auf Schalke schon zur Winterpause mit dem Super-Gau “Verpassen der europäischen Wettbewerbe” gerechnet hat und schon mal angefangen hat den Kader zu reduzieren. Neben den oben genannten Bankdrückern wurde zudem auch noch Mittelfeldmann Ernst zu Besiktas Istanbul kurz vor Transferperiodenende verkauft. “Es ist uns nicht leicht gefallen, dem Transfer zuzustimmen, doch wir mussten eine Güterabwägung treffen, was für den Club und auch für Fabian auf Sicht gesehen das Beste ist. Ausschlaggebend für unsere Entscheidung war, dass Fabian selbst diesen Wechsel wollte. Ohne seine Zustimmung wäre der Transfer nicht zustande gekommen”, so Müller.

Irgendwie kommen mir die Schalker hilflos vor. Kritik wegen Transfers im Herbst und 6 unliebsame Spieler – ungemütlich wie Streit, der mehr Spielzeit fordert oder einfach nur Tribünengäste – müssen gehen. Dann verliert man den Rückrundenauftakt in Hannover 1:0 und es ist nicht wirklich Besserung in Sicht und zu allem Überfluss geht das “Kleine Ruhrpottderby” gegen Bochum verloren und Trainer Rutten wird mit Bierbechern beworfen.

Und ich sags nochmal, wie schon in anderen Beiträgen über Schalke: da ist was los auf Schalke diese Saison. Und wird es jetzt besser und damit ruhiger nach der Entlassung von Andreas Müller? Ich sage: Nein! Denn warum sollte die Mannschaft besser spielen, wenn der Manager weg ist?  Kurzfrsitigen Erfolg kann man durch diese Maßnahme nicht erreichen und der Mannschaft das Fußballspielen beibringen auch nicht.

Und da der Trainer immer noch vollstes Vertrauen genießt – “Der Trainer steht nicht zur Disposition. Weiteren kurzfristigen Handlungsbedarf sehen wir nicht, denn alle weiteren Dinge sind geregelt”, so Tönnies – wird es bei ausbleibenden Erfolg auch weiter hochhergehen auf den Rängen in der Veltins-Arena. Aber mit einem neuen Manager kann man dann ja im Sommer einen erneuten Neuanfang starten – ob mit Trainer Rutten ist aber fraglich.

Autor: Trainer Bussi





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