Hinrundenbilanz Teil 2: Der Kampf um den Verbleib

Hier nun der 2. Teil unseres genauen Blickes auf die Hinrunde 2008/ 09. Nachdem wir uns im ersten Teil um die letzten drei der Tabelle gekümmert haben, kommt nun Platz 12 – 14, Mannschaften im Abstiegskampf. Gilt es nun also den KSC, Arminia Bielefeld und Hannover 96 etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Kalsruher SC (Platz 15)

Reiner Abstiegskampf heißt es in Karlsruhe. Nachdem man im ersten Jahr nach dem Aufstieg 2007 lange Zeit an den Europapokalplätzen kratzte und einen guten 11. Platz als bester Aufsteiger erreichte, steckt man nun im Tabellenkeller. Das schwierige zweite Jahr. Die Aufstiegseuphorie ist lange verflogen und die Abgänge der beiden absoluten Leistungsträger, Spielmacher Tamas Hajnal (Dortmund) und Abwehrchef Mario Eggimann (Hannover 96), konnten nicht kompensiert werden.

13 Punkte haben die Badener erkämpft. Heimsiege gegen Bochum, Wolfsburg und Werder Bremen, ein Auswärtssieg gegen Konkurrent bielefeld und ein tolles 3:3 gegen Leverkusen nach 0:3 nach 24 Minuten komplettieren die Punkte. Das große Problem ist die Chancenverwertung und die fehlende Durchschlagskraft der Angreifer. Kennedy, Timm, Kapllani mit 0 Toren, Iashvilli mit seinem ersten Tor in der 1. Liga für den KSC am 12. Spieltag zum 3:3 gegen Leverkusen belegen dieses. Einzig und allein Sebastian Freis steht für ein gewisses Maß an Torgefährlichkeit mit seinen 5 Treffern.

Ein weiteres Problem der Karlsruher ist die Innenverteidigung. Auf den beiden Außen spielen die beiden Dauerbrenner Eicher und der 19jährige Neuzugang aus München Celozzi, welcher auch als Spieler der Hinrunde von den KSC-Fans gewählt wurde. In der Innenverteidigung wird allerdings auch der abgewanderte Eggimann schmerzlich vermisst und nachdem Kapitän Maik Franz seit dem 10. Spieltag nicht mehr verletzungsbedingt zum Einatz kommt, ist der Strafraum des KSC ein Eldorado für die gegnerischen Angreifer. Von 18 Gegentoren seit dem 10. Spieltag schossen die gegnerischen Stürmer 15 davon.

Im Mittelfeld soll Antonio da Silva die entstandene Lücke durch den Weggang von Hajnal schließen. Allerdings scheinen sie Fußstapfen des Ungarn ein wenig zu groß zu sein für den aus Stuttgart gekommenen Neuzugang. Nun wird über eine Ausleihe von Bayerns Toni Kroos nachgedacht.

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Arminia Bielefeld (Platz 14)

Was wäre die Arminia nur ohne Torjäger Artur Wichniarek – 10 von 15 geschossenen Arminen-Toren gehen auf sein Konto, ein weiteres hat er vorbereitet. Ohne Wichniareks Tore hätte Bielefeld 7 magere Punkte, an Stelle von den jetzigen 15 auf dem Konto.

Und genau dort liegt das Problem. Spielt König Artur schlecht und trifft nicht, kann kein anderer diese Lücke schließen. Weder aus dem Mittelfeld, noch direkt auf der Angreiferposition. Gut das der Pole seinen Vertrag im November bis 2011 verlängert hat, welcher auch im Falle des Abstiegs gültig bleibt.

Bielefeld hat diese Saison Probleme mit dem Gewinnen. Nur 2 Siege konnten sie erringen (Köln und Leverkusen), dafür jedoch aber 8 Unentschieden. Und die 6-Punkte-Spiele gegen die anderen Abstiegsaspiranten werden verloren. Heimniederlagen gegen den KSC und gegen Gladbach, Unentschieden gegen Cottbus und in Hannover, sowie 0:2 in Bochum zeigen, dass sich die Arminen schwer tun gegen die direkte Konkurrenz, wenn sie das Spiel machen müssen. Daher wurde jetzt Spielmacher Vlad Munteanu aus Wolfsburg geliehen, der noch vor 2 Jahren mit seinem kongenialen Partner Radu in Cottbus für Furore sorgte.

Die Arminia sammelte einen Großteil ihre Punkte gegen vermeintlich stärkere Gegner, wenn sie aus einer stabilen Deckung heraus kontern konnten. Zwei Unentschieden in den ersten beiden Spielen gegen Bremen und die Berliner Hertha, eine Abwehrschlacht auf Schalke (0:0) mit einem sensationellen Eilhoff im Tor, die beiden Siege gegen Leverkusen und Köln lassen auf den Klassenerhalt in Bielefeld hoffen.

Besonders Torwart Eilhoff, zurückgekehrt aus Koblenz, tat sich neben Wichniarek hervor. Laut den Kickernoten ist er der beste Torhüter der Liga.

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Hannover 96 (13. Platz)

DIE Enttäuschung der Hinrunde. Nach der besten Platzierung in der Bundesliga seit 43 Jahren und Millionenverstärkungen (Schlaudraff, Forssel, Eggimann) sollten diese Saison die UEFA-Cup-Plätze zu mindest in Reichweite sein. Die Realität sieht allerdings anders aus. Platz 13, vier Punkte Abstand zu den Abstiegsrängen, viel Unruhe im Team, keine Mannschaftshierarchie.

Aber wie soll sich diese auch entwickeln, bei dem großen Verletzungspech. Die Eckpfeiler des Erfolges vergangene Saison fehlen: Routinier Tarnat machte diese Saison noch nicht ein Spiel, Aushängeschild Torwart Enke ist seit dem 7. Spieltag verletzt, Ismael seit dem 5., Innenverteidiger Vinicius seit dem 9. Spieltag, Kapitän Altin Lala liegt seit Anfang November mit einem Bandscheibenvorfall flach,  Jan Rosenthal hat erst 5 Einsätze. Und zwischendurch immer wieder kleinere Verletzungen und Wehwehchen, die Trainer Hecking auf der Suche nach einer Stammformation behinderten.

Diese Verletzungssorgen und zeitweise Formschwäche einzelner Spieler gaben allerdings den jungen Spielern die Chance auf Einsatzzeit, welche sie auch nutzten. Die beiden 96er Eigengewächse Bastian Schulz und Konstantin Rausch erkämpften sich schon früh einen Stammplatz in der Startformation.

Auffällig ist auch die eklatante Auswärtsschwäche. Gerade einmal 1 (!) Punkt wurde auswärts geholt, in Dortmund. 3:21 Tore in 8 Spielen sprechen eine deutliche Sprache, dass sich in der Fremde etwas ändern muss. Dagegen sieht es zu Hause ganz gut aus. So zum Beispiel ein 5:1 gegen Gladbach am 4. Spieltag (übrigens erst in diesem Spiel das erste Saisontor), 1:0 gegen die Bayern, ein 3:0 gegen den HSV und nur eine Niederlage gegen Herbstmeister Hoffenheim stehen auf dem Zettel.

Spektakulär der 16. Spieltag. Hannover in Wolfsburg zu Gast. Nach einer Notbremse von Torhüter Nummer 2, Fromlowitz und 3 bisher getätigten Auswechslungen, muss Jan Rosenthal ins Tor. Den gut geschossenen Elfmeter kann Rosenthal stark halten. Trotzdem verliert Hannover wieder in der Fremde. “Torhüter” Rosenthal dazu: “Ich war mal in der A-Jugend Torhüter. Jiri Stajner hat mir verraten, wohin er schießen wird. Aber was hilft´s? Wir haben mal wieder verloren.”

Was muss also passieren in Hannover, damit das neue Ziel – “”Wir wollen sicher drinbleiben.”, so Klub-Boss Kind – geschafft wird? Es ist zu wünschen, dass Trainer Hecking aus dem Vollen schöpfen kann und endlich auf alle seine Spieler zurückgreifen kann. Und natürlich muss die eklatante Auswärtsschwäche abgestellt werden. Zu dem scheint Hecking endlich sein Spielsystem gefunden zu haben. Die letzten Spiele ließ er ein 4-4-2 spielen, an Stelle des 4-5-1 mit nur einer Sturmspitze, was den guten Angreifern zu Gute kommt, denn von Hannovers 20 Toren wurden 14 von den 4 Stürmern Forssell, Hanke, Stajner und Schlaudraff erzielt.

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Jan 6th, 2009


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