Hinrunde – eine Bilanz: Die Abstiegsränge

Dez 27th, 2008

So, das wars mit dem deutschen Fußballjahr 2008. Ein Aufsteiger ist Herbstmeister, Meisterschaftskandidaten finden sich im grauen Mittelfeld wieder und Mannschaften, die nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben wollten, finden sich genau in den unteren Tabellenregionen wieder. Zeit also, einen Blick zurück zu werfen auf die Hinrunde 2008/ 2009. Hier der erste Teil, die Abstiegsränge.

Sieben Mannschaften belegten im Laufe der Saison einen Platz unter den letzten drei. Bielefeld, Energie Cottbus, Gladbach, Bochum, die Frankfurter Eintracht, der KSC sowie Hannover 96. Nach der ersten Hälfte der Saison stehen mit Gladbach, Bochum und Cottbus die Mannschaften auf den Abstiegsrängen, welche auch schon im Laufe der Saison die häufigsten Platzierungen im Tabellenkeller hatten. Cottbus zum Beispiel konnte nur am 15. Spieltag die Abstiegsränge verlassen und führt damit diese Wertung an (16 Spieltage), gefolgt von der Borussia (11 Spieltage) und Bochum (7).

Borussia Mönchengladbach (18. Platz)

Nach dem 7. Spieltag war es soweit. Der erste Trainerwechsel in dieser Saison. Nach nur 3 Punkten, dem letzten Rang und einer Heimniederlage im Rhein-Derby gegen den 1.FC Köln wurde der Aufstiegstrainer Jos Luhukay entlassen. Nachfolger wurde dann der altbekannte, bärbeißige Hans Meyer.

Einen wirklichen Aufschwung konnte Meyer allerdings nicht herbeirufen. Lediglich zwei Siege und ein bemerkenswertes 2:2 Unentschieden nach einem 0:2 Rückstand gegen den FC Bayern stehen 6 Niederlagen gegenüber. Sein Auftaktspiel gewann er und ein überragender Marin sicherte beim Auswärtsspiel in Bielefeld die weiteren Punkten.

Obwohl Meyer nichts unversucht ließ: “Ich möchte in den nächsten Wochen ganz konzentriert mit einer kleineren Spielergruppe arbeiten und gewährleisten, dass wir uns gezielt und optimal auf die nächsten Spiele vorbereiten”, so Meyer. Zum Opfer fielen dieser Maßnahme Rösler, Coulibaly und Touma, die seit dem 12. Spieltag in der Reserve spielen müssen. Außerdem baut Meyer auf den 35jährigen Gospodarek im Tor – bis jetzt.

Das große Problem diese Saison ist nämlich die Defensive der Borussen – sie ist die schlechteste der Liga. Luhukay und Meyer fanden bisher keine Stammformation, geschweige denn ein System. Mal mit Dreierkette und zwei Außen, mal mit Viererkette und der Doppel-6. Nix führte zum dauerhaften Erfolg. 12 Spieler setzten die beiden Trainer auf ihrer Suche nach der perfekten Formation in der Viererkette ein.

Und es werden mehr. Gladbach ist fündig geworden auf der Suche nach Verstärkungen. Paul Stalteri, Tomas Galasek, Torwart Logan Bailly und ganz aktuell der brasilianische Verteidiger Dante von Standard Lüttich wurden schon verpflichtet.

Für weitere Unruhe sorgte der Allrounder Christian Ziege. Zur Zeit Luhukays noch Sportdirektor, Interimscoach nach der Entlassung am 8. Spieltag (2:2 in Bochem)  und unter Meyer Co-Trainer, trat überraschend von seinem Posten zurück.

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VfL Bochum (17. Platz)

Tja, was soll ich sagen zum Revierklub. Irgendwie ist der VfL komplett in dieser Hinrunde an mir vorbeigerauscht. Erst die Bilder vergangenen Samstag nach dem letzten Spiel gegen Köln von den wütenden Fans vor der Bochumer Geschäftsstelle ließen mich ein wenig aufschrecken. “Stimmt Bochum gibts ja auch noch! Macht denn der Koller so einen schlechten Job dieses Jahr?”, da sich der Zorn der Fans auf den Trainer richtete. Und auch Vorstandsmitglied Ernst erklärte: “Es steht alles auf dem Prüfstand, die Spieler und auch der Trainer”.

Die Wut der Fans ist verständlich. Bisher konnten die Bochumer lediglich einen Sieg erringen – als einzige Mannschaft im deutschen Profifussball. Seit 13 Spieltagen sind sie sieglos, auswärts holten sie demnach auch noch keinen Sieg. Dem gegenüber stehen 8 Unentschieden (die meisten neben Bielefeld und Dortmund) und 8 Niederlagen.

Eigentlich hätte es ja eine recht ordentliche Saison für den VfL werden müssen. Alle Leistungsträger wurden gehalten, mit Freier und Hashemian unter anderem zwei alte Bekannte und erfolgreich für Bochum spielende Akteure geholt. Aber irgendwie scheint die Mannschaft durchgehend in einem Tief zu stecken.

Defensivmann Pfertzel läuft seiner Form der letzten Rückrunde hinterher, Azouagh, Freier und Hashemian – letzterer wurde gearde aus dem Kader nach Trainer-Kritik geworfen – sind nicht die versprochenen Verstärkungen und laufen ihrer Form aus der Vergangenheit hinterher, Mittelfeldmotor Epalle kam nach langer Verletzung erst am 12. Spieltag zu seinem ersten Einsatz. Bochums Top-Torjäger Sestak trifft nicht mehr wie in der Vorsaison, die anderen Stürmer Mieciel und Sinan können ihn nicht ersetzen. Bezeichnend daher das Mittelfeldmann Dabrowski die interne Torjägerliste der Bochumer neben Sestak mit vier Treffern anführt.

Nun kommt also die Winterpause, in der man sich in Bochum Gedanken machen muss, wie es weitergeht. Ein, zwei neue Spieler sollen kommen, darunter ein neuer Stürmer.

Eine Entscheidung ist allerdings heute gefallen: Trainer Marcel Koller wurde das Vertrauen ausgesprochen, er bleibt im Amt und wird die Mannschaft in die Rückrunde führen. Verantwortlich dafür ist größtenteils Aufsichtsratsmitglied Werner Altegoer, der jetzt von den Fans – nachdem schon der Trainer nicht gehen muss – per Flugblättern zum Zurücktreten aufgefordert wird.

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Energie Cottbus (Relegationsplatz 16)

Was für ein miserabler Cottbusser Saisonstart. Das erste Saisontor fiel erst am 5. Spieltag, der erste Sieg folgte am 6. beim Cottbusser Lieblingsgegner Hertha BSC. Auch die Cottbusser Anhänger wurden auf eine harte Probe gestellt: erst am 13. Spieltag gegen den Karlsruher SC wurde der erste Dreier zu Hause eingefahren. Bemerkenswert ist die Tatsche, dass Energie keine Spiele gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf verloren hat – gegen alle Mannschaften vom jetzigen Platz 13 bis 18 wurde gepunktet. Dazu kommt noch der Lastminute-Punkt vom letzten Spieltag bei Bayer Leverkusen.

Ansonsten gab es viel Unruhe in Cottbus. In Zeiten der öffentlichen Trainerkritik steigt auch Verteidiger Mitreski mit ein und wird darufhin für 5 Spiele suspendiert. Die beiden Bulgaren Dimitar Rangelov und Stanislav Angelov verlassen die Weihnachtsfeier von Energie frühzeitig – nein, sie wurden anschließend nicht im Münchner P1 gesichtet – und Rangelov verpasst dadurch die interne Ehrung zum Spieler des Jahres, die er als dritter abschloss. Darauf wurden die beiden mit einer Strafe belegt, woraufhin beide mit sofortigen Wechselabsichten zurück in ihre Heimat drohten.

Und ein Neuzugang ist in Cottbus auch zu vermelden: es wurde der Brasilianer Adi vom österreichischen Klub Austria Kärnten verpflichtet. Ein Stürmer, der in der Hinrunde 10 Tore in 16 Spielen machte.

Autor: Trainer Bussi





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  1. [...] nun der 2. Teil unseres genauen Blickes auf die Hinrunde 2008/ 09. Nachdem wir uns im ersten Teil um die letzten drei der Tabelle gekümmert haben, kommt nun Platz 12 – 15. Gilt es nun also den [...]

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