Europa-Cup-Finale im eigenen Land – Wie stehen die eigenen Chancen?
Am 12.05.2010 in der HSH-Nordbank-Arena in Hamburg und am 22.05.2010 im Santiago-Bernabéu-Stadion in Madrid finden diese Saison die Final-Partien der Europa-League und der Champions-League statt. Mit Real Madrid in der Champions-League und dem Hamburger SV in der Europa-League-Qualifikation stehen zwei Teams im Wettbewerb, die das Finale in der eigenen Stadt bestreiten könnten. Wir haben mal einen Blick in die Vergangenheit geworfen und uns das Projekt “Europapokal-Sieg in der eigenen Stadt” sowie die Finalspiele im eigenen Land angeschautt.
Es gab bisher 104 reine Europapokalfinalspiele. Im Europapokal der Landesmeister (1962 – 1992) und der Champions-League (1993 – 2009) waren es zusammen 54, im Europapokal der Pokalsieger 38 (1962 – 1999) und im UEFA-Cup 12 (1998 – 2009, da bis 1997 der Sieger aus Hin- und Rückspiel ermittelt wurde).
Von diesen 104 Endspielen gab es gerade einmal 16 Spiele mit Beteiligung eines Teams aus dem jeweiligen Land.
Wie man sieht, ist das Erreichen des Endspiels im eigenen Land recht erfolgsversprechend für einen Sieg. Von den 16 Partien wurden 12 gewonnen, nur 4 gingen an die “Auswärtsmannschaft”. Und dies waren knappe Endspiele. Stade Reims verlor 1956 gegen die damalige Übermannschaft von Real Madrid mit 4:3, AS Rom verlor 1984 im ersten Elfmeterschießen eines Finals des Landesmeister-Pokal gegen FC Liverpool und auch der FC Barcelona musste sich zwei Jahre später erst im Elfmeterschießen gegen Steaua Bukarest mit 2:0 geschlagen geben. Einzig Sporting Lissabon musste sich 2005 im heimischen Jose-Alvalade-Stadion mit 3:1 recht klar gegen ZSKA Moskau geschlagen geben.
Auffällig ist außerdem, dass die Hälfte der Partien mit Beteiligung einer Mannschaft aus der jeweilgen Stadt ist und es auch hier 75% an Siegen zu verbuchen gibt.
Im Folgenden sieht man das Abschneiden (die erreichte Runde) der 42 Klubs, die im jeweiligen Wettbewerb angetreten sind, um in ihrer eigenen Stadt den Titel zu erringen:
Acht von 42 Mannschaften schafften es also ins Finale in der eigenen Stadt, das sind knappe 20%.
Im Landesmeister-Cup, bzw. der Champions-League, liegt Inter Mailands Sieg im Mailänder San-Siro 44 Jahre, AS Roms Finalniederlage 25 Jahre zurück. Und seit Beginn der Champions-League war das Viertelfinale von Manchester United 2003 das maximale Ergebnis eines Vereins – also keine guten Vorzeichen für einen Finaleinzug Real Madrids.
Obwohl die Ausbeute der Madrilenen in den Jahren mit Bernabeu als Endspielort sich sehen lassen kann: 1957 ging man gegen den AC Florenz als Sieger vom Platz, 1980 erreichte man das Halbfinale und schied gegen den HSV aus. Einzig 1969 erreichte man nur das Achtelfinale.
Im UEFA-Cup dagegen liegt ein Erfolg gar nicht so lange zurück: Feyenoord Rotterdam gewann 2002 den Cup im eigenen Stadion gegen die Dortmunder Borussen und auch Sporting Lissabon konnte 2005 “wengstens” das Finale Erreichen. Allerdings, wenn man Feyenoords Sieg auf den HSV bezieht, muss man erwähnen, dass die Niederländer als Gruppendritter aus der Champions-League erst in der 3. Runde im UEFA-Cup aktiv wurden und sich nicht wie der HSV erst durch die Qualifikation schlagen musste.
Zusammenfassend lässt sich also sagen: Es spielt keine Rolle, ob man nun ein Heimfinale in Aussicht hat oder in die Fremde muss. Der Weg ins Finale bleibt genauso schwierig. Allerdings ist bei Erreichen dann der Heimvorteil ein sehr positiver Nebenaspekt. Bleibt also zumindest für Hamburg zu hoffen, dass der eingeschlagene Weg zur Euroleague-Qualifikation vom HSV beibehalten wird – und wer will daran schon zweifeln, nach der souveränen Vorstellung gestern im Pokal gegen die unglückliche Fortuna?!
Quelle: www.wikipedia.de
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Aug 4th, 2009
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