Das Anti-Verletzungs-Tor und der 5. Schiedsrichter
Aug 4th, 2009Polyurethan und Kautschuk – das Material aus dem das Gebälk der Zukunft entstehen soll. Im Auftrag des spanischen Fußballverbandes wurde in drei Jahren das Tor entwickelt, welches das Verletzungsrisiko bei einem Zusammenprall von Mensch und Pfosten minimieren soll. Und sogar Wembley-Tore sind noch möglich, denn der Ball soll bei Pfosten- und Lattentreffern genau so abprallen wie bei den bisher gängigen Aluminiummodellen.
Ob allerdings Szenen wie der Torfall von Madrid oder der Pfostenbruch vom Bökelberg noch möglich sind und ob Szenen wie folgend nicht doch schmerzhaft sind, wird während des Qualifikationsspiels am 9. September Spanien gegen Estland getestet.
Getestet wird in dieser Saison auch in der Europa-League. Nach endlosen Debatten um die Torkamera kommen ab der Gruppenphase neben dem Hauptschiedsrichter und den beiden Assistenten an der Außenlinie zwei Torraumschiedsrichter zum Einsatz, die speziell auf die Torlinie achten sollen.
Bisher wurde diese Konstellation bei drei europäischen Jugendturnieren getestet, wo das Fazit der Schiedsrichtergarde positiv ausfällt: “Bisher war der Test sehr erfolgreich. Die Aufgabe der zusätzlichen Assistenten ist es, das Geschehen im Strafraum zu kontrollieren – und den Schiedsrichter zu unterstützen, denn bekanntlich kommt es im Strafraum zu den meisten Vorfällen”, so Hugh Dallas, Mitglied der UEFA-Schiedsrichterkommission.
Und somit wird es – trotz Original-Abprall-Effekt bei Lattentreffern – wohl kein Wembleytor mehr geben.
Autor: Trainer Bussi